Reisemedizin

Falls Sie eine Auslandsreise planen, beraten wir Sie gerne über etwaige Vorsorgemaßnahmen, Impf-vorschriften bzw. -empfehlungen. Bitte bringen Sie hierzu Ihren Impfausweis mit und geben Sie uns Ihren Reisetermin und den gewählten Zielort an. Die Kosten für Impfungen werden bei gesetzlich Versicherten nur für die derzeit allgemein in Deutschland empfohlenen Impfungen von der Krankenkasse übernommen (s.a. unter Impfungen). Auf Wunsch erstellen wir Ihnen gerne einen schriftlichen, individuellen Impfplan mit unserem reisemedizinischen Informationssystem Tropenmedicus. Das Datenbankprogramm wird ständig aktualisiert, FaxNews gewährleisten zudem die Berücksichtigung wechselnder Impfvorschriften (bei einer Impfvorschrift gibt es keine Wahlmöglichkeit außer man verzichtet auf eine Reise in ein solches Land!).

Im  nachfolgenden erhalten Sie Kurzinformationen über einige häufig auftretende Infektionserkrankungen bzw. sinnvolle Impfungen bei Auslandsreisen:

Hepatitis A
Auch die Hepatitis A ist eine ansteckende Virusinfektion der Leber, die allerdings im Gegensatz zur Hepatitis B nach längerer Krankheit vollständig ausheilt. Die Hepatitis A ist die mit Abstand häufigste Reisekrankheit durch Virusinfektionen. Das Hepatitis A-Virus wird durch Schmierinfektionen (so genannter fäkal-oraler Infektionsweg) übertragen, insbesondere durch verseuchte Speisen wie z.B. Meeresfrüchte (Muscheln u.a.). Auch gegen die Hepatitis A gibt es eine wirksame Schutzimpfung. Diese ist gut verträglich und wird im Abstand von 6 Monaten insgesamt zweimal verabreicht. Die Kosten hierfür werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen und betragen für den Impfstoff ca. € 60.- , für die Durchführung der Impfung ca. € 12,-.

Seit einigen Jahren ist ein kombinierter Impfstoff gegen Hepatitis A und B erhältlich. Auch diese Impfung ist sehr gut verträglich und wird insgesamt dreimal verabreicht. Die Kosten für diese Impfung werden von der gesetzlichen Krankenkasse ebenfalls nicht übernommen (Impfstoff je € 70.-, Impfung je ca. € 12.-).

Hepatitis B
Die Hepatitis B ist eine ansteckende Viruserkrankung der Leber. In der Bundesrepublik Deutschland infizieren sich jährlich etwa 50000 Personen pro Jahr, in etwa 10% kommt es zu einer chronischen Leberentzündung. In manchen Fällen entsteht hieraus eine Leberzirrhose oder auch Leberkrebs. Das Hepatitis B-Virus (DNA-Virus) wird durch Körperflüssigkeiten übertragen, also z.B. durch Blut, Speichel, Tränenflüssigkeit, Sperma oder Vaginalsekret. Ansteckungsgefahr geht auch von gesunden Trägern des Virus aus.

Die einzige Möglichkeit, sich vor Hepatitis B und deren Folgen sicher zu schützen, ist die Schutzimpfung. Bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr (Grundimmunisierung ungeimpfter Jugendlicher ab dem 13. Lebensjahr zweimal im Abstand von mindestens vier Wochen, einmal nach 6 Monaten;  Auffrischung zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr bei erfolgter Grundimmunisierung im Säuglingsalter) wird die Hepatitis B-Impfung in Deutschland öffentlich empfohlen und die Kosten für Impfstoff und Durchführung der Impfung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Zu Lasten der Krankenkasse können außerdem Dialyse-Patienten, Angehörige von Hepatitis-B-Kranken und HIV-Infizierte Personen geimpft werden. Alle anderen können sich ebenfalls impfen lassen, müssen jedoch die Kosten für den Impfstoff (je ca. € 60,-) bzw. die Impfung (je ca. € 12.-) selbst übernehmen. Das Standard-Schema sieht 3 Impfungen vor (0-1-6 Monate; nur bei Personen, die auf einen besonders schnellen Impfschutz angewiesen sind: 0-1-2 Monate).

Hepatitis C
Die Hepatitis C ist ebenfalls eine Virusinfektion der Leber, die besonders häufig einen chronischen Verlauf nimmt. Ein vorwiegend parenteraler Übertragungsweg wird angenommen, meist bleibt die Infektionsquelle aber unbekannt. Derzeit existiert keine wirksame Schutzimpfung!

Tetanus
Der Tetanus (Wundstarrkrampf) ist heute eine glücklicherweise sehr seltene Erkrankung, aber man kann ohne einen Impfschutz leicht bereits nach einer geringfügigen Hautverletzung erkranken, da sich die Erreger in Erde und Staub befinden. Die Kosten für die im Allgemeinen sehr gut verträgliche Tetanusimpfung werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Diphtherie
Die Diphtherie war vor allem im vergangenen Jahrhundert eine gefährliche Seuche, deren Häufigkeit erst nach Einführung der Impfung drastisch gesenkt werden konnte. Seit dem Mauerfall hat es in Deutschland – bedingt durch den Tourismus – jedoch eine erhebliche Zunahme an Erkrankungen gegeben. In Russland und anderen Ostblockstaaten kommt es immer wieder zu Epidemien, alleine 1994 erkrankten dort ca. 50000 Menschen. Die Impfung ist im Allgemeinen ebenfalls sehr gut verträglich, die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Meist findet ein Kombinationsimpfstoff (gegen Tetanus und Diphtherie in einer Spritze) Anwendung.

Poliomyelitis
Die Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist in Deutschland – als Folge der jahrelang bestehenden Impfprogramme – praktisch ausgerottet. Aus diesem Grund wird seit 1998 eine Auffrischimpfung  in Deutschland nicht mehr empfohlen (wohl aber eine Grundimmunisierung für Kinder bzw. bislang nicht geimpfte Erwachsene!). Grund: Die wenigen seit 1991 noch aufgetretenen Erkrankungen waren fast alle Folge der durchgeführten Schluckimpfung; aus diesem Grund findet auch zur Grundimmunisierung nicht geimpfter Personen jetzt nur noch die parenterale Form (Spritze) Verwendung. Die Poliomyelitis ist aber in vielen afrikanischen (z.B. Kenia, Senegal) und asiatischen (z.B. Thailand) Ländern weit verbreitet. Reisende in diese Länder sollten also auf jeden Fall geimpft sein!

Pneumokokkenerkrankungen
Pneumokokken sind Bakterien, die durch Sprechen, Niesen oder Husten übertragen werden können und schwere, manchmal sogar lebensbedrohliche Erkrankungen wie Pneumonien (Lungenentzündungen) oder Meningitiden (Hirnhautentzündungen) hervorrufen können. Besonders ältere Menschen und chronisch Kranke (z.B. Diabetiker, chronisch Lungenkranke, etc.) sind gefährdet. Aus diesem Grunde empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut die Pneumokokken-Impfung allen chronisch Kranken und allen Personen über 60 Jahren. Die Kosten für die Impfung werden daher auch von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Impfung wird nur einmal verabreicht, eine Auffrischung ist erst wieder nach etwa 5 Jahren notwendig.

Influenza (echte Virusgrippe)
Beim Ausbruch einer Grippeepidemie (Erreger: Influenza-Viren) kann nur die zuvor durchgeführte Grippeschutzimpfung wirkungsvoll gegen eine Erkrankung schützen. An den Komplikationen der Influenza (z.B. Lungenentzündungen) sterben jedes Jahr Tausende von Patienten. Da chronisch Kranke und ältere Patienten besonders durch eine Influenza gefährdet sind, sollten insbesondere diese Personengruppen geimpft werden. Empfehlenswert ist die Grippeschutzimpfung aber auch für Beschäftigte im Gesundheitswesen oder z.B. Angestellte mit viel Publikumsverkehr. Der Impfstoff gegen die jeweils aktuellen Virusvarianten des folgenden Winters kommt im Herbst jeden Jahres in den Handel. Die Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich und muss jedes Jahr wiederholt werden. Die Kosten der Grippeschutzimpfung werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Nach durchgeführter Grippeschutzimpfung ist man nicht gegen das Auftreten banaler Erkältungen (so genannter „grippaler Infekt“) geschützt.

Sollten Sie weitere Informationen wünschen, beraten wir Sie gerne in unserer Praxis!

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