Krebsvorsorge für Männer

Männliche Versicherte der gesetzlichen und privaten Krankenkassen können ab dem 45. Lebensjahr einmal pro Kalenderjahr eine so genannte Krebsvorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Diese beinhaltet eine Untersuchung der Haut auf bösartige Veränderungen bzw. deren Vorstufen, eine klinische Untersuchung der Urogenitalorgane einschließlich digitaler Untersuchung des Enddarms bzw. der Prostata, eine Urinuntersuchung sowie die Durchführung eines Testes auf unsichtbares Blut im Stuhl (z.B. Hämoccult-Test).  Die Bezeichnung „Krebsvorsorgeuntersuchung“ ist allerdings irreführend, da es eine Untersuchung, die diesen Namen verdient, derzeit nicht gibt (Krebserkrankungen der Lunge und des Magens werden z.B. dadurch überhaupt nicht erfasst).

Die Bestimmung des PSA (Prostata-spezifisches Antigen) ist derzeit nicht Bestandteil der von den gesetzlichen Kassen übernommenen Leistungen im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung. Die PSA-Bestimmung erhöht in Kombination mit der digitalen rektalen Untersuchung die Neuentdeckungsrate des Prostatakarzinoms auf etwa das 4-fache. Allerdings liegt die Rate der falsch positiven  Vorsorgeuntersuchungen bei Verwendung dieser Kombination bei etwa 40-70%. Die in diesen Fällen letztlich unnötigen Folgeuntersuchungen (Biopsie der Prostata) sind ebenfalls zu berücksichtigen. Bis heute existieren keine aussagekräftigen Studienergebnisse, die die Effizienz der PSA-Bestimmung im Rahmen der Vorsorge bezüglich Überlebenszeit und Lebensqualität belegen. Falls Sie diese Leistung dennoch  wünschen, werden wir diese Untersuchung für Sie  veranlassen. Die Kosten hierfür stellt Ihnen der Laborarzt in Rechnung.

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