Koloskopie

Allgemeines:

Bei der Darmspiegelung wird ein biegsames Instrument (so genanntes Endoskop) vom After bis zur Mündung des Dünndarmes in den Dickdarm vorgeschoben. Hierdurch können krankhafte Veränderungen direkt erkannt werden. Falls notwendig können während der Untersuchungen kleine Gewebeproben mit einer Spezialzange schmerzlosentnommen und zur feingeweblichen Untersuchung eingeschickt werden.

Finden sich so genannte Polypen (gutartige, sehr selten bereits maligne entartete Gewebsneubildungen mit oder ohne Stiel) so werden diese nach Möglichkeit in gleicher Sitzung mit einer elektrischen Schlinge schmerzlos entfernt (Polypektomie). Manchmal sind die Polypen aber bereits so groß oder flächig gewachsen, dass eine Entfernung mit der elektrischen Schlinge nicht möglich oder zu risikoreich ist. In diesen Fällen ist anschließend eine chirurgische Behandlung erforderlich.

Vorbereitung:

Eine gründliche Reinigung des Dickdarmes ist unbedingte Voraussetzung für die Durchführung der Untersuchung. Wir führen daher vorher mit Ihnen ein eingehendes Gespräch in dem wir Ihnen diese Maßnahmen erläutern. Zusätzlich erhalten Sie von uns eine schriftliche Handlungsanweisung sowie die zur Vorbereitung notwendigen Medikamente mit nachhause.

Falls Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, kann deren Wirksamkeit durch die Abführmaßnahmen aufgehoben oder eingeschränkt sein. Dies gilt auch für Empfängnisverhütungsmittel (Pille). Unmittelbar vor der Untersuchung erhalten Sie eine leichte Beruhigungsspritze, die zusätzliche Verabreichung von Schmerzmitteln während der Untersuchung ist nur sehr selten notwendig. Beachten Sie aber, dass Sie anschließend für 24 Stunden fahruntüchtig sind.

Falls Sie gerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Aspirin, etc.) einnehmen, teilen Sie uns dies bitte vor Beginn der Untersuchung mit.

Risiken/Komplikationen:

Die Koloskopie, gegebenenfalls die Polypektomie, ist eine risikoarme Untersuchung. Trotz größter Sorgfalt kann es in seltenen Fällen dennoch zu Komplikationen kommen:

  • Verletzungen der Darmwand durch das Endoskop bzw. die verwendeten Zangen, das Einblasen von Luft oder im Rahmen der Polypenentfernung mit einer elektrischen Schlinge bis hin zur Perforation (Darmdurchbruch). Hierdurch kann sehr selten eine Operation erforderlich werden.

  • Blutungen durch die Entfernung von Polypen und/oder Entnahme von Gewebeproben. Auch hierbei kann sehr selten eine Operation und/oder die Übertragung von Blut erforderlich werden.

  • sehr selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen auf die verabreichten Medikamente.

  • ebenfalls sehr selten sind Beeinträchtigungen der Atmung und/oder der Kreislaufs, besonders nach höher dosierter Gabe von Beruhigungs- bzw. Schmerzmitteln.

  • noch seltener sind Komplikationen durch die Lagerung (Sturz von der Liege) bzw. Keimverschleppungen.

Wir führen mit Ihnen spätestens 2 Tage vor der Untersuchung ein eingehendes Gespräch, in dem wir Ihnen die die möglichen Komplikationen erläutern und Ihnen auch eine schriftliche Aufklärung mit nachhause mitgeben. Diesen Aufklärungsbogen geben Sie uns am Untersuchungstag bitte unterschrieben zurück.

Besonderheiten:

Zur Koloskopie wird in unserer Praxis ausschließlich ein hoch auflösendes Videokoloskop verwendet und Ihre Untersuchung digital mittels Doc-Archiv aufgezeichnet, so dass die Befunde auch nach Jahren zum Vergleich zur Verfügung stehen. Außerdem ist ein Datenexport auf digitale Speichermedien und als Ausdruck an die zuweisenden Kollegen bzw. Krankenhäuser jederzeit möglich.

Treten nach der Darmspiegelung starke Bauchschmerzen oder andere Störungen (z.B. Übelkeit, Schwindel) auf oder tritt in größeren Mengen Blut durch den After aus, teilen Sie uns dies bitte unverzüglich mit.

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