Farbkodierte Duplexsonographie Halsgefäße

Es handelt sich um eine sonographische (Ultraschall) Untersuchung mit der Verengungen bzw. arteriosklerotische Veränderungen der Hirn versorgenden Gefäße sichtbar gemacht und quantifiziert werden können. Mit einem hoch auflösenden Schallkopf (10 MHz) werden zunächst die Gefäße im Halsbereich im Schnittbild (2-D) dargestellt. Zusätzlich kann der Blutfluss farbig dargestellt werden, wobei die Geschwindigkeiten in einem bestimmten Abschnitt des Gefäßsystems jeweils einer Farbe zugeordnet (= farbkodiert) werden. Daneben werden die Geschwindigkeiten im Verlauf der Gefäße mittels Dopplerverfahren gemessen bzw. deren Verteilungsmuster (Spektrum) dargestellt.

Sind Stenosen (Verengungen ) vorhanden, so findet sich zunächst (ab ca. 50% Einengung) eine Änderung des Spektrums (Zunahme der Anzahl der verschiedenen Flussgeschwindigkeiten im betroffenen Gefäßabschnitt), später auch eine Zunahme der Geschwindigkeit. Dies wird graphisch aufgezeichnet und zusätzlich akustisch hörbar gemacht.

Unter Duplexverfahren versteht man die kombinierte Anwendung des Dopplerverfahrens (CW oder gepulster Doppler) mit dem Schnittbildverfahren (2-D oder B-Bild). Mit der konventionellen direktionalen Dopplersonographie können nur Stenosen mit einer Lumeneinengung von über 50-60% erkannt werden.

Wann ist eine Durchführung sinnvoll?

  • V.a. Vorliegen von Durchblutungsstörungen des Gehirns (transitorisch-ischämische Attacken = TIA)
  • strömungsgeräusch über den Halsgefäßen
  • Blutdruckdifferenz von 20 mm Hg und mehr an den Armen
  • Vorliegen einer peripher arteriellen Verschlusskrankheit bzw. koronaren Herzerkrankung und/oder multiplen vaskulären Risikofaktoren vor geplanten größeren operativen Eingriffen
  • kontrolle nach gefäßchirurgischen Eingriffen
  • abklärung pulsierender Halstumoren
  • Unklare Schwindelzustände bzw. Synkopen

Welche Konsequenzen können sich ergeben?

Bei Feststellung einer symptomatischen, höhergradigen Stenose kann durch eine Carotisoperation das Risiko des Auftretens eines Schlaganfalls – vor allem bei Patienten mit höchstgradigen Stenosen – deutlich reduziert werden. Bei allen übrigen Befunden (z.B. ulcerierte Plaques, symptomatische Stenosen unter 70%, asymptomatische hochgradige Stenosen) senkt die Gabe von so genannten Thrombozytenaggregationshemmern (z.B. Aspirin, Clopidogrel) das Auftreten neurologischer Ereignisse um 18-25%. Ebenso kann die Therapie einer Hypercholesterinämie bzw. die optimale Einstellung einer arteriellen Hypertonie das Schlaganfallrisiko deutlich senken.

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