Echokardiographie

Was ist eine Echokardiographie?

Es handelt sich um eine ungefährliche Ultraschalluntersuchung des Herzens. Die Untersuchung erfolgt im Allgemeinen in Linksseitenlage bei entkleidetem Oberkörper. Vor Beginn werden 3 Elektroden am Brustkorb angebracht um die aufgezeichneten Bilder mittels einer EKG-Kurve den einzelnen Phasen des Herzzyklus zuordnen zu können.

Dann wird zunächst eine Darstellung des Herzens im so genannten 2-D-mode links vom Brustbein durchgeführt. Hierbei gewinnt man einen ersten Eindruck von der Größe des Herzens, der Kontraktilität und den Bewegungen der Herzklappen.

Anschließend werden in den Referenzebenen (linker Vorhof, Mitralklappe, linker Ventrikel, etc.) mittels M-mode die Herzhöhlen, Herzwände und die Klappen genau vermessen. Hierbei wird ein gerader Schallstrahl ausgesendet, so dass nur ein bestimmter Herzabschnitt über die Zeit graphisch dargestellt wird. Der Vorteil liegt darin, dass die hierbei gewonnen Bilder anschließend genau vermessen werden können.

 

Danach erfolgt mittels eines speziellen Verfahrens (gepulster Doppler) die Bestimmung der Flussgeschwindigkeit in den einzelnen Herzabschnitten (Positionierung des Messvolumens = sample volume). Bei starken Verengungen (so genannten Stenosen) nimmt die Blutflussgeschwindigkeit sehr stark zu und kann 6 m/sec und mehr erreichen (normal ca. 0,5 bis 1,5 m/sec).

.

Die Darstellung in Farbe (farbkodierte Dopplerechokardiographie) ist nicht anderes als eine sehr große Anzahl solcher Messungen, wobei Richtung und Geschwindigkeit der einzelnen Blutflüsse einer bestimmten Farbe zugeordnet werden.

Mit dieser Methode erhält man einen sofortigen Überblick an welchen Stellen im Herzen Verengungen(Stenosen) bzw. Undichtigkeiten (Insuffizienzen) vorliegen und kann diese genauer untersuchen. Bei sehr hohen Flussgeschwindigkeiten ist es notwendig einen kontinuierlich aussendenden Schallstrahl (CW-Doppler = continous wave) zu verwenden, da diese Geschwindigkeiten technisch bedingt (so genanntes Aliasing) weder farbkodiert noch im gepulsten Doppler darstellbar sind.

Wann sollte eine Echokardiographie durchgeführt werden?
Es handelt sich heute um eine Standarduntersuchung bei nahezu allen Erkrankungen des Herzens. Besonders eignet sich die Untersuchung bei Verdacht auf folgende Erkrankungen bzw. Folgezustände:

  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Klappenerkrankungen (angeboren oder erworben)
  • koronare Herzerkrankung bzw. Zustand nach Herzinfarkt
  • Ergussbildung im Herzbeutel (Perikarderguss)
  • länger bestehender Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)

Die Untersuchung eignet sich derzeit jedoch nicht um Durchblutungsstörungen des Herzens, die noch nicht zu einem Infarkt bzw. eine Störung des Kontraktionsvermögens geführt haben, frühzeitig zu erkennen. Hier ist nach wie vor das Belastungs-EKG bzw. die Koronarangiographie Methode der Wahl. Auch neuere Varianten der Echokardiographie (z.B. pharmakologische Stressechokardiographie) konnten hier keine wesentliche Verbesserung bringen.

Kommentare sind geschlossen.