2.5.2021: Impfstoffverteilung in Nordrhein-Westfalen kostet Menschenleben!

Eigentlich wäre es selbstverständlich, dass ein Vektor-Impfstoff (z.B. der von ASTRA-ZENECA), der nur für Menschen empfohlen wird, die altersbedingt ohnehin einer der drei höchsten Prioritätsgruppen angehören, auch bei diesen schnell verimpft wird. Dies ist aber leider nicht der Fall. Derzeit verimpfen die Länder in ihren Impfzentren an mehrheitlich ältere Personen der drei Risikogruppen ganz überwiegend m-RNA-Impfstoffe. Dazu zählt auch Nordrhein-Westfalen. Man sollte jetzt als jemand, der älter ist, nicht wählerisch sein und nicht die Impfgeschwindigkeit dadurch verzögern, dass man sagt: „Ich will aber kein ASTRA-ZENECA haben“.

Wenn wir JETZT (noch herrscht ein Impfstoffmangel, in 1-2 Monaten mag dies anders sein!) den Vektor-Impfstoff bei älteren Menschen nicht prioritär einsetzen, riskieren wir in der Konsequenz viele Menschenleben, weil jüngere Menschen länger auf ihren Impftermin warten müssen. Zur Klarstellung: Seit Pandemiebeginn ist bis jetzt mehr als einer von 1000 Bundesbürgern an COVID-19 verstorben (ca. 83 000 Tote bei 82 Millionen Einwohnern), in Gelsenkirchen sogar einer von 670 (385 Tote, Gesamteinwohnerzahl 258 000, Stand 1.5.2021).

Auch in unserer Praxis haben zahlreiche über 60-jährige in der vergangenen Woche das Angebot eine Impfung mit ASTRA-ZENECA zu erhalten, abgelehnt. Dies können wir nicht gutheißen. Die Risiken einer schweren Nebenwirkung gerade die Älteren sind überschaubar (Das errechnete Risiko einer Sinusvenenthrombose von ca. 1: 100.000 bezieht sich auf die Gesamtpopulation. Es waren aber ganz überwiegend Frauen unter 60-Jahren betroffen. Für diese wird der Vektor Impfstoff von ASTRA-ZENECA derzeit ohnehin nicht mehr empfohlen).

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